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Samstag, 23. Juli 2011

Lesung zum Geburstag von Mrs.S & Mr.Schmidt, 5.2.2011

Meeting Mrs. S. und Mrs.Schmidt


Es gibt da zwei Frauen, Mrs S. und Mrs. Schmidt, und die Namen sind natürlich, um jedwede Ähnlichkeit mit lebenden Personen zu vermeiden, geändert.
Das ist notwendig, denn ich kenne beide aus meiner Therapiegruppe.
Ja. Therapiegruppe.
Zu diesem „Rat Pack“ gehört auch Mrs.Bichler und ihr ständiger Begleiter Sammy, und auch deren Namen sind natürlich geändert.
Wir treffen einander regelmäßig, eigentlich zur Supervision, wo wir so elementare Dinge besprechen wie die Wahrnehmungsstörungen und das emotional bedenkliche und normabweichende Verhalten unserer lieben Kolleginnen und Kollegen im pädagogischen Dienst.
Wenn wir dies dann zu unserer eigenen seelischen Entlastung genügend besprochen haben, (und das Ergebnis ist immer das selbe, man muss es leider sagen – wir sind die einzig Normalen), wenden wir uns anderen Dingen zu und die Supervision geht nahtlos in eine Therapiegruppe über.
Offenbar wiederholen wir uns gerne, denn auch das Setting ist immer das selbe:
Zuerst desensibilisieren wir unsere optischen Kanäle, indem wir uns den vielfältigen Beleidigungen fürs Auge in diversen Naschmarktlokalen aussetzen.
„Glaubst du, ist das ein Style? “ fragt zum Beispiel Mrs Schmidt indigniert beim Anblick einer Weibsperson, die die Modestrecke in einer Frauenzeitschrift wörtlich genommen hat und den Empfehlungen eines frauenhassenden schwulen Designers gefolgt ist.
„Naaa, einfach schlechter Geschmack oder Humanacontainer“.
Die Autorin, die ihr Leben der Recherche verschrieben hat, achtet mehr auf männliches Anschauungsmaterial.
„Kann man das waschen und rasieren?“ ist hier ihr Standardspruch. „Nein.Zu klein“ sagt Mrs. Schmidt in 99% der Fälle. Wenn sie nicht gerade fassungslos bemerkt: „Ich weiß nicht. WARUM sammelst du hässliche Tiere und Menschen?“
Darum lieben wir einander so. Unser Geschmack bei Männern ist so weit voneinander entfernt, dass wir uns nur in einem einzigen Punkt, aber da dafür immer, einig sind: Das jeweilige Objekt der Begierde ist für die sehr geliebte Freundin:
a) definitiv NICHT in deren Liga und
b) sie wirft damit ihre Perle vor die Sau , sozusagen.
Männer hingegen, die wir als uninteressant im Sinn von „Eh nett“ einstufen, dienen wir der jeweils anderen gern an und verteidigen sie vehement gegen den Vorwurf von „Ist unter meiner Wahrnehmungsschwelle“ (ich), „Zu wenig und zu spät“ (Mrs. Schmidt), „Berührt mein Herz nicht“ (Mrs. S)
Mrs. S ist überhaupt, im Gegensatz zu uns, die intellektuell Fordernde: „Der red so an Bleedsinn, jetzt misch i mi glei ein!“ ist unser Startzeichen für das Beruhigen von Sabinerl, damit sie nicht Gespräche von völlig fremden Personen an den Nebentischen sprengt. „Trinken, Sabine!“ hilft hier meist, aber nicht immer. Hier sind wir oft halbherzig beim Beruhigen, denn es ist sehr erhebend, ihr beim Diskutieren zuzuhören, und eins ist sicher: Uns ist nichts peinlich.
Apropos Recherche.
Ohne Mrs. Schmidt und ihre unablässigen Bemühungen, die Männer, deren Innenwelt (Mr. S fragt an dieser Stelle gern: WELCHE Innenwelt, bitte?) und deren Verhalten zu recherchieren, wäre so manche meiner Geschichten nicht entstanden.
Überhaupt wäre vieles nicht entstanden ohne Mrs. Schmidt.
Mein Krimi zum Beispiel. In der Therapiegruppe hatte ich mich darüber erregt, wie schlecht ein gerade gelesenes Buch sei, mit den Worten. „Jeder Halbsatz von mir ist besser!“ Worauf Mrs. Schmidt mir mit der ihr eigenen wertschätzenden Art meinte: „Aber du schreibst ja keins, du Bleeede!“
Hab ich aber doch, selber Bleede!
Oder die Therapiegruppe selbst. Wenn ich nicht vor eineinhalb Jahren mit Mrs. Schmidt am Naschinger ausgegangen wäre, um sie aufzuheitern, hätten wir nie..
aber das gehört nicht hierher.
ICH bin ihr dankbar, SIE wird mir nie verzeihen, sagt sie.

Mrs. S habe ich an meiner Schule kennen gelernt – und es hat nichts zu bedeuten, dass diese ein Sonderpädagogisches Zentrum ist!

Wie hat sich diese Frau getarnt! Für konservativ, bieder und geradezu anständig habe ich sie gehalten! Und was für ein wertvolles und impulsgebendes Mitglied der Therapiegruppe ist sie geworden!

Ihr verdanke ich unter anderem
die Figur der „Silicon Silvia“, die im Fetzer 2 auftreten wird,
ein für mich unendlich wichtiges Gespräch in einem speziellen Kontext
und
die Erkenntnis, dass auf meiner Liste, sie weiß wovon ich rede, ihr letzter Satz mein erster ist, und wir schon aus vermögenstechnischen Gründen halbjährlich die Männer tauschen sollten! Wie wär das, Sabinerl?

Mit niemandem außerhalb unserer Therapiegruppe können wir so hemmungslos und ausführlich über die wirklich wichtigen Themen des Lebens sprechen.
Über Sex. Detailliert.
Dann reden wir noch über Schuhe.
Dann müssen wir was trinken.
Dann reden wir über Sex zur Rekreation und gegen Hirnfasching. Sehr detailliert.
Und über Fetzen.
Über Sex mit Männern, die uns lieben aber wir sie nicht. Äußerst detailliert.
Dann trinken wir was.
Über Kosmetik reden wir natürlich auch.
Und über Sex mit Männern die wir lieben. Da werden wir dann schamhaft, woran die anderen Mädels der Therapiegruppe lange vor dem Aussprechen der Tatsache des Verliebtseins unseren Zustand erkennen können.....
In dem Fall trinken wir dann etwas mehr.
Und später reden wir über die Weltpolitik, über Philosophie und Religion.
Und über möglichen Sex mit Männern, die wir kennen.
Und dann trinken wir noch was.

Verdammt. Apropros Trinken:
Wenn ich so in die Runde schaue, fällt mir auf, dass einige Männer anwesend sein könnten, über die in der Therapiegruppe diskutiert wurde.

BITTE gebt mir, Mrs. S, Mrs. Schmidt und Mrs. Bichler schnell was zu trinken!

And, by the way:

Happy Birthday Mrs. Schmidt!
Happy Birthday, Mrs. S!

Cheers!

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