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Samstag, 23. Juli 2011

Auf immer und ewig.....Text für das gleichnamige Programm von "Wort &Ton"

Was, Damen und Herren, gibt es immer und ewig?
Genau.

Die Sozialversicherungsnummer. Das einzige Ding, das sich das ganze Leben nicht ändert.

Oder: Die Cellulitis. Und zwar die am eigenen Hintern, weil die an den fremden scheinen ja allemal Umzugstendenzen zu haben, das lehren uns diverse Doku-Soaps.

Und: Die Schwerkraft. Die Damen können dies ganz leicht durch einen Griff an ihre Brüste überprüfen, vor allem, wenn sie an den selben Griff vor zwanzig Jahren zurückdenken.

Außerdem: Schlechte Angewohnheiten. Oh ja! Oder haben sie schon einmal erlebt, dass eine so richtig schlechte Eigenschaft vergeht? Tut sie nicht. Sie maskiert sich vielleicht als etwas anderes, aber sie bleibt. Zum Beispiel die Angewohnheit, die Zeitung nach dem Frühstück falsch zusammenzulegen, was den Partner wahnsinnig macht. Endlich hat man sich darauf geeinigt, dass dies eine unzumutbare, die Partnerschaft ernsthaft gefährdende Marotte ist – der Partner grunzt verständnisvoll, legt ab diesem Zeitpunkt die Zeitung richtig zusammen und beginnt statt dessen, die Schalen des Frühstückseis neben dem Unterteller abzulegen. Hat den selben Effekt wie das falsche Ordnen der Zeitungsabschnitte, ist aber viel subtiler!

Und natürlich: Die Suche nach dem richtigen Mann.
Weil dieses Spiel, ähnlich der Ostereiersuche, so lustig ist und wir wirklich nicht wüssten, was wir täten, wenn wir ihn gefunden haben, geht die Suche unentwegt weiter. Sollten wir mal ein Exemplar gefunden haben, das „richtig“ sein könnte, verstecken wir es sofort im hohen Gras und begeben uns weiter auf die Jagd.

Stellen sie sich den umgekehrten Fall vor:
Der richtige Mann ist gefunden. Worüber unterhielten wir uns ab dann mit unseren Seelenfreundinnen?
Über die Perfektion des gefundenen Exemplars? Wohl kaum! Das jagdbare Wild wird in zunehmendem Alter immer seltener und wer eines erfolgreich erjagt hat, bewacht es erstens rund um die Uhr und wird sich hüten, es anderen hungrigen Raubtieren auch noch anzupreisen! Da ist es schon gescheiter, die schlechten Angewohnheiten des gezähmten Wildes ausufernd zu bereden, schon damit die zuhörenden Weiber nicht auf die Idee kommen, es einmal genauer in Augenschein nehmen zu wollen.
Sie sehen schon, es führt kein Weg an einer ewigen Jagd vorbei. Und sei es nur die Jagd nach vorhandenen und noch nicht entdeckten Fehlern der Beute!

Wie sorgt ein intelligentes Weib also für immerwährendes Jagdvergnügen?
Ganz einfach:
Stellen sie unerfüllbare Ansprüche und begründen sie diese mit unschlagbaren Argumenten.
„Bei jedem Mann, den ich kennen lerne, überleg ich mir, ob ich den meinen Eltern vorstellen könnte“. Das ist ein prächtiger Vorsatz, denken sie nur an ihre eigene Frau Mutter, und was diese über ihre liebe Gattin sagt, wenn diese nicht dabei ist, oder an den Herrn Vater, was der so vor sich hin murmelt, wenn ihr Göttergatte abwesend ist!
Mit diesem Anspruch ist gesichert, dass sie erstens)
sehr lange jagen werden, bis sie sich doch einen nehmen, der den Ansprüchen der Eltern gerade eben nicht genügt
und zweitens)
nach erfolgreicher Jagd immer Gesprächsstoff haben werden für ihre Freundinnen.

Oder das hier: „Groß und schön soll er sein, von gutem Charakter, Geld soll er haben, intelligent und dabei sensibel sowie verständnisvoll und immer treu...“
Nicht das es solche Exemplare nicht geben würde! Nur dass diese, wenn sie von gutem Charakter sind, wahrscheinlich schon jemandem anderen treu sind. (Wahrscheinlich einem italienischen Opernsänger oder einem russischen Ballettmeister)
Oder sie sind mit einem Supermodel liiert, dessen Körper weder von Cellulitis noch von der Schwerkraft auch nur ansatzweise berührt wird, allerdings auch nicht von Intelligenz, möglicherweise. (Aber das erwähnen wir jetzt nur, um sie zu trösten)
Auch bei diesem Wunschkatalog ist der Erfolg letztendlich gesichert:
Hat das erlegte Exemplar möglicherweise nur sechs der angeführten acht Wunscheigenschaften, ist ihnen die Anteilnahme ihrer Freundinnen ihr Leben lang sicher. Fragt sich nur mehr, auf welche Eigenschaften sie am ehesten verzichten wollen!
Denn dies bestimmt dann ab sofort ihr Jagdrevier:
Verzichten sie auf groß und schön? Jagen sie unbesorgt überall, aber besonders viel Glück werden sie in Altenheimen haben.
Oder ist der Charakter und die Intelligenz nicht so wichtig? Fußballstadien werden in ihrem Leben möglicherweise eine große Rolle spielen, achten sie auf Nähe zu den Fansektoren!
Geld spielt keine Rolle? Sehr schön, achten sie darauf, dass sie selbst eine erstklassige Ausbildung haben und richten sie sich auf ein erfülltes Arbeitsleben ein, mittels diesem sie ihre Familie bestens ernähren können!
Sensibilität, Verständnis und Treue sind ein Muss? Sehr gut, meine Damen. Ihnen kann geholfen werden:
Entweder sie werden die beste Freundin eines schwulen Mannes, oder einfacher: Kaufen sie sich einen Schäferhund!

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